Französisch wählen

  • Was bietet Französisch?

    Frankreich und Deutschland ist in den vergangenen 50 Jahren eine außergewöhnliche politische und wirtschaftliche Annäherung gelungen. Niemals zuvor waren sich die beiden Länder so nah. Dies zeigt sich in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verflechtung, den zahlreichen Partnerschaften zwischen Gemeinden, Regionen und Unternehmen, in der Entwicklung des Jugendaustausches, der Schulpartnerschaften und der Kooperationsabkommen zwischen Universitäten.
    Französisch lernen eröffnet große Chancen für den beruflichen Erfolg. Frankreich und Deutschland sind schon jetzt die beiden wichtigsten Wirtschaftspartner in Europa. Mit dem Euro werden die Beziehungen noch enger. Einige Jahre in Frankreich zu leben und zu arbeiten, wird zum beruflichen Alltag vieler Menschen in Deutschland gehören.
    Aber natürlich braucht man auch bei uns Französisch: Tausende von französischen Unternehmen haben Filialen in Deutschland. Zum gegenseitigen Verständnis reicht Englisch nicht aus. Selbst in technischen Berufen versteht man sich viel besser, wenn man die andere Kultur kennt.
    Mit Französisch hat man auf dem Arbeitsmarkt einen zusätzlichen Trumpf in der Hand. Immer mehr Unternehmen suchen Mitarbeiter/innen, die Französisch können. Wenn Ihr noch Zweifel habt, dann lasst Euch von den Stellenangeboten in Eurer Zeitung überzeugen.
    Französisch hat auch Perspektiven außerhalb seiner Grenzen, zum Beispiel in Afrika, Kanada. Französisch wird weltweit und in den meisten internationalen Organisationen gesprochen.
  • Kultur

    Ein Faszinierendes kulturelles Abenteuer
    Eine Sprache lernen heißt nicht, in Wörterbüchern nachzuschlagen, um ein deutsches Wort durch ein ausländisches zu ersetzen. Durch Sprachen entdeckt man andere Kulturen, Lebensstile, Mentalitäten: l’art de vivre, die französische Lebenskunst beispielsweise, oder den Sinn für Natur und Umwelt in Deutschland. Wer neugierig ist auf die Unterschiede, entdeckt auch sein eigenes Land neu.
    In beiden Ländern pulsiert das kulturelle Leben. Sartre und Camus prägten in Frankreich die Nachkiregszeit. Heute sorgen junge Schriftsteller wie Andrei Makine oder Azou Begag für lebhafte Diskussionen. Frakreich ist das Land, das das Kino verehrt. Paris ist die Hauptstadt der „Weltmusik“ aus Afrika, Arabien und Asien. Frankreich hat die kreativste Rapper-Szene außerhalb der anglo-amerikanischen Welt. Und wer kennt nicht das französische Chanson!
    Kulturen lernen voneinander, wenn sie sich begegnen. Wer den anderen „im Original“ kennenlernt, baut mit an einem Europa der Kulturen.

    „Eine einzige internationale Sprache lernen, das reicht.“ – Falsch!
    Europa spricht viele Sprachen. Die Vielfalt ist der europäische Trumpf im Zeitalter der Globalisierung. Wer auch nur eine Fremdsprache lernt, öffnet sich auch nur einem kulturellen Modell. In vielen Ländern der Erde ist es normal, mehrere Sprachen zu sprechen. Europa kann davon noch viel lernen.
  • Fakten

    Wusstet ihr schon, dass:
    • rund 18% aller deutschen Exporte nach Frankreich gehen, und dass damit das Nachbarland an erster Stelle steht, weit vor allen anderen Handelspartnern? (Umgekehrt liefert Frankreich 11% seiner Exportgüter nach Deutschland.)
    • jedes Jahr 4,5 Millionen Franzosen ins Flugzeug steigen, um dem Partnerland einen Besuch abzustatten?
    • durch die deutsch-französischen Beziehungen 400 000 Deutsche und 350 000 Franzosen einen Arbeitsplatz finden?
    • jedes Jahr Frankreich Urlaubsziel von 12 Millionen Deutschen ist?
    • weltweit mehr als 160 Millionen Menschen Französisch sprechen?
  • Unterricht in der Oberstufe

    Was werdet ihr konkret in den Jahrgangsstufen EF, Q1 und Q2 lernen?
    Leitziel des Französischunterrichts in der gymnasialen Oberstufe ist das, was in den Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW in dem üblichen Theoretikerkauderwelsch „interkulturelle Handlungsfähigkeit“ genannt wird. Noch ein Beispiel für dieses Kauderwelsch gefällig: Ihr werdet „befähigt, in Wirklichkeitsfeldern zu agieren, in denen die französische Sprache Kommunikationsmedium ist.“ Ende des Zitats. In verständlichem Deutsch heißt das, dass ihr die sprachlichen Fähigkeiten und die Wissensgrundlagen erwerben werdet, die Voraussetzung sind, euch in der Lebens- wirklichkeit französischsprachiger Gesellschaften zurechtzufinden und euch mit diesen Gesellschaften auseinander zu setzen. Dies wird konkret geschehen durch die Beschäftigung mit authentischen Materialien aller Art; authentisch heißt, dass es sich nicht mehr, wie ihr es bisher gewohnt wart, um Texte und Materialien handelt, die von Lehrern speziell für Lernende konzipiert wurden, sondern um solche, die von Franzosen für Franzosen erstellt wurden; aller Art heißt, dass nicht nur das gedruckte Wort seine Daseinsberechtigung im Unterricht hat, sondern auch Filme, Chansons, Comics, Interviews usw. – Dies zur Beruhigung für all jene, die Angst vor dem Lesen haben. Für all jene, die Angst vor Literatur haben: ebensoviel Bedeutung wie das literarische Feld haben landeskundliche Themenbereiche, die soziale, wirtschaftliche, politische und historische Probleme beinhalten. Um einmal beispielhaft ein paar Themen zu nennen, die, nach Absprache mit dem jeweiligen Kurslehrer Unterrichtsinhalte sein könnten:
    • In der Jahrgangsstufe EF: Les jeunes, leur famille et leurs amis L’école et l’éducation
    • In den Jahrgangsstufen Q1 und Q2: Die Situation der in Frankreich lebenden Araber zwischen zwei Kulturen Frankreich und Deutschland in einem zusammenwachsenden Europa usw.
    Wenn ihr weitere Fragen habt, wendet euch an eure Französischlehrer. Sie werden euch gerne Auskunft geben.